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1. Mose 15,6: Von Äpfeln, Birnen und der Gerechtigkeit

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1. Mose 15,6: Von Äpfeln, Birnen und der Gerechtigkeit

Beitrag  Günter am Mi 09 Okt 2013, 07:27


1. Mose 15,6: Von Äpfeln, Birnen und der Gerechtigkeit

1. Mose 15,6:
Abram glaubte dem HERRN und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.


Für mich ist das eine gewöhnungsbedürftige Formulierung, die mich regelmäßig beim lesen aufmerken lässt. Das Maß der Gerechtigkeit wird da aufgefüllt mit Glauben. Das liest sich für mich so, als ob jemand Äpfel zählt und dann die umherliegenden Birnen einfach mitzählt. Glaube und Gerechtigkeit, das verhält sich, zumindest für mein Sprachgefühl, in etwa so wie Äpfel und Birnen. Warum muss man der Gerechtigkeit eigentlich noch den Glauben hinzufügen?

Eine der zentralen Lehren der Bibel ist „Die Rechtfertigung alleine durch den Glauben“. Man schreibt das gewohnheitsmäßig dem NT zu:

Röm. 3,24:
und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.


Römer 3,28:
So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.


Ich war lange der Ansicht, dass „Die Rechtfertigung alleine durch den Glauben“ eine Errungenschaft des Neuen Testaments ist, während Abraham im Zeitalter des Gewissens lebte, wo die Gerechtigkeit das Maß aller Dinge war, wenn es um ein gottgefälliges Leben ging.

Aber selbst die Gerechtigkeit eines Abrahams, einem der Erzväter der Bibel, war bei genauerem hinsehen nicht ausreichend nach Gottes Maßstab. Da musste das Maß der Gerechtigkeit noch aufgefüllt werden mit einer gehörigen Portion an Glauben, um vor Gott bestehen zu können. Das ist eigentlich zum Beginn der Menschheitsgeschichte im Alten Testament auch nichts anderes als das, was Paulus in seinem Römerbrief in 3,24 und 3,28 im Neuen Testament aussagt.

Die Gerechtigkeit, und später mit den zehn Geboten die Werksgerechtigkeit, waren also für sich genommen noch nie für die Errettung ausreichend, auch nicht formal mit Schuldopfern, Sühnopfern oder was es da sonst noch an Opfern gibt, weil nie nur das Opfer selbst, sondern immer auch eine entsprechende Gesinnung abverlangt wurde.

Es gibt also keinen Bruch zwischen Altem und Neuem Testament, sondern häufig eine Weiterentwicklung. Rote Fäden, die sich durch die ganze Bibel ziehen und nicht etwa an der Grenze zum Neuen Testament enden. Im konkreten Fall verhielt es sich wohl immer schon so mit der „Rechtfertigung alleine durch den Glauben“, auch im Alten Testament. Hier beschränkt sich die Weiterentwicklung auf einen Offenbarungsfortschritt. Im AT wird nur angedeutet, was im NT entfaltet wird.

So gibt es noch einige weitere Aussagen im AT, die wir heute eindeutig „erst“ dem NT zuschreiben und im AT nicht suchen würden.


Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter


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Re: 1. Mose 15,6: Von Äpfeln, Birnen und der Gerechtigkeit

Beitrag  Gast am So 20 Okt 2013, 13:25

Die Überlegung ist gut. Gott hat sich nicht geändert - geht ja nicht, sonst wäre er vorher nicht vollkommen gewesen. Aber es gibt Offenbarungen, die nach und nach gekommen sind. Wahrscheinlich so, wie die Menschen sie benötigt haben. Oder auch, wenn sie soweit waren, dass sie diese Informationen verstehen konnten.

Aber durch Werke ist noch nie eine Mensch gerecht geworden. Allein der Glaube macht und gerecht vor Gott. Der Glaube, dass Jesus am Kreuz für meine Sünden bezahlt hat. Der Sündlose tauscht mit dem Sünder. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Bibel. Im AT wurden Tiere geopfert als Sinnbild für das große Opfer, das einmal in ferner Zukunft der Messias bringen würde. Mit dem Tod Jesu am Kreuz war der Opferdienst beendet - der Vorhang zum Allerheiligsten zerriss von oben nach unten, jeder konnte hineinschauen, der Tempfel hatte seine Bedeutung verloren.

Ein Text aus dem AT, den man sicher dem NT zuschreiben würde:

3. Mo 19,18 ..... Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; denn ich bin der HERR.

Das war ja auch die Antwort Jesu auf die Frage, was den das größte Gebot sei.

Liebe Grüße

Eigner

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Re: 1. Mose 15,6: Von Äpfeln, Birnen und der Gerechtigkeit

Beitrag  Günter am So 20 Okt 2013, 23:16


Hier ist noch mal eine Aussage des Alten Testamentes, die wir vielleicht im Alten Testament so nicht vermuten würden:

Die Bergpredigt (Mt. 5,1–7,29) ist DIE programmatische Rede der Christenheit. So sagt Jesus

Mt 5,28:
Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.


In den Erklärungen zur Bibel (Elberfelder Übersetzung) habe ich dazu gefunden:

Die zweite »Antithese« zitiert das siebte Gebot. Wieder verschärft Jesus die Auslegung radikal, wenn Ehebruch bereits im Kopf oder im Herz beginnt.
Im Alten Testament steht in den Zehn Geboten:

2.Mose 20,14:
Du sollst nicht ehebrechen.


Da steht aber auch:

2.Mose 20,17:
….. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, …..


So radikal hat Jesus im Neuen Testament das Verbot des Ehebruchs also gar nicht verschärft. Schon zu Beginn des Alten Testamentes hat Gott schon von „Begehren“ gesprochen und nicht nur vom eigentlichen Ehebruch.

Das Gebot der Nächstenliebe bereits im Alten Testament (3. Mo 19,18) hat Eigner in seinem vorherigen Beitrag aufgezeigt.

Worum es mir bei diesem Thema eigentlich geht:

Als stichhaltiges Argument gegen das Alte Testament wurde in diesem Streit vor allem die Grausamkeit des Alten Testa­ments und seines Gottes angeführt.

Schon im Humanismus, vor allem aber in der Aufklärung, zog man gegen jenen vermeintlich barbarischen und despoti­schen Gott des Alten Testaments zu Felde, der die Menschen in Angst und Unmündigkeit hält. Nicht nur rassistische Ideo­logen haben im 20. Jahrhundert daraus ihre Konsequenzen gezogen, sondern auch namhafte Theologen jener Zeit haben sich bewusst von dem „gewalttätigen Gott des Alten Testa­ments" abgekehrt, um sich ganz dem Gott des Neuen Testa­ments, dem liebenden Vater Jesu Christi, zuzuwenden.

Quelle:
Irmgard Welth,
"Buch der Hoffnung oder des Grauens? - Die dunklen Seiten des Alten Testamentes"
aus "Faszination Bibel 3/2013"
Ich habe keine theologische Ausbildung, aber ich versehe die Bibel anders. Für mich ist sie eine Einheit von 1. Mose 1,1 bis Offb 22,21. Das habe ich mit wenigen Beispielen zu belegen versucht.

Ich habe in der Bibel nichts aufzugeben und schon gar nicht das komplette Alte Testament. Wenn im Alten Testament "Dunkle Seiten" sind, die nicht so Recht in unser Gottesbild passen wollen, müssen wir darüber reden (bzw. Schreiben) und uns das Ergebnis hier im Forum erarbeiten.

Ps 90,2
Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden,
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.



Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter


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