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Was genau bedeutet "in meinem Namen"?

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Was genau bedeutet "in meinem Namen"?

Beitrag  Harald am Mi 13 Apr 2016, 04:19

Hallo,
Matthäus 18:5:
Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
Matthäus 18:20:
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Markus 9:39:
Jesus aber sprach: Wehret es ihm nicht! Denn wer in meinem Namen ein Wunder tut, wird mich nicht bald schmähen können.
Markus 9:41:
Denn wer euch einen Becher Wasser in meinem Namen zu trinken gibt, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch, dem wird sein Lohn nicht ausbleiben.
Johannes 14:13:
und was ihr auch in meinem Namen bitten werdet, will ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.
Johannes 15:16:
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und gesetzt, daß ihr hingehet und Frucht bringet und eure Frucht bleibe, auf daß, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe.

Maleachi 1:7:
Und fragt ihr: «Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?» Damit, daß ihr auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt! Fragt ihr aber: «Womit haben wir dich verunreinigt?» Damit, daß ihr sagt: «Der Tisch des HERRN ist geringzuschätzen!»
Bei der Frage, wie das zu verstehen ist, wenn man "in Seinem Namen beten" soll, und dann die Bitte gewisslich erfüllt wird, ist die Antwort vermutlich nicht ganz einfach. Einige benutzen diese Formulierung bei ihren Gebeten, und ich habe dabei den Eindruck, dass sie es wie eine Formel an ihre Gebete anhängen, weil sie denken, dass damit ihr Gebet erhört wird. So wird es aber bestimmt nicht gemeint sein.

Es besteht also vielleicht eine gewisse Unsicherheit, ob das Gebet so war, dass es nach dem Willen Jesu war.

Wie ist es mit o.g. Vers bzgl. dem Umstand, dass der Herr Jesus mitten unter uns ist, wenn 2 oder 3 in Seinem Namen versammelt sind?
Gibt es hier dann evt. auch die Möglichkeit, dass der Herr Jesus gar nicht unter uns ist, weil wir es vielleicht gar nicht aufrichtig meinten, bzw. man eben in die Versammlung oder in den Gebetskreis geht, und sich nicht groß Gedanken drüber macht?

Ist der Herr Jesus wirklich sozusagen "leibhaftig" mitten unter uns oder ist es so zu verstehen, dass wir uns eben treffen und allesamt an den Herrn Jesus denken, und ihn ehren und er so in unseren Gedanken ganz nah ist?
Und wie kann ich es wissen, dass ER wirklich "leibhaftig" da ist, wann wir also wirklich in Seinem Namen zusammen sind, und wann das vielleicht doch nicht wirklich der Fall war? Genügt es, wenn einer darunter ist, der vielleicht nicht ganz bei der Sache ist, dass der Herr doch nicht da ist?

Im Moment kommt mir der Gedanke, dass ich mich bei all diesen Fragen viel zu viel mit mir beschäftige, anstatt auf den Herrn zu sehen und IHM zu vertrauen.
Die Maleachi-Stelle hatte ich zitiert, weil sie das ja quasi aussagt, dass wir den Herrn schon damit verunehren, wenn wir IHN bzw. den Tisch des Herrn geringschätzen. Hm, wenn ich morgens beim Gottesdienst so müde bin, dass ich eigentlich nichts von der Predigt aufnehmen kann, oder ich mit meinen Gedanken ganz woanders bin, oder beim Bibel lesen andere Dinge im Hirn rumgehen, habe ich dann Seinen Namen schon verächtlich gemacht?

Grüsse Harald

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Re: Was genau bedeutet "in meinem Namen"?

Beitrag  Günter am Mi 13 Apr 2016, 09:50

Hallo Harald,

ich beschränke mich bei meiner Antwort mal auf einige Gedanken, die mir spontan dazu einfallen:

Harald schrieb:
Hm, wenn ich morgens beim Gottesdienst so müde bin, dass ich eigentlich nichts von der Predigt aufnehmen kann, oder ich mit meinen Gedanken ganz woanders bin, oder beim Bibel lesen andere Dinge im Hirn rumgehen, habe ich dann Seinen Namen schon verächtlich gemacht?

Ich denke mal, dass jeder hier im Forum diese Situationen kennt und hierzu etwas beitragen kann. Ich selbst lasse dann z.B. die Bibellese zu diesem Zeitpunkt ersatzlos ausfallen, weil ich dann doch nicht bei der Sache bin und so Bibelstellen nicht adäquat wahrnehmen kann. Da würden zu viele "weisse Flecken auf der Landkarte" entsehen. Andere werden sich mit meiner Einstellung schwer tun, weil sie nach einem Bibelleseplan vorgehen, der sie in genau einem Jahr durch die Bibel bringt und der solche Auszeiten nicht zulässt. 

Zum "verächtlich machen" gehören die von dir beschriebenen Nachlässigkeiten nicht, "verächtlich machen" ist eine Einstellung, die du ganz bestimmt nicht hast! Ich glaube auch nicht, dass du Ihn geringschätzen, und damit verunehren kannst, weil auch das nicht deiner Einstellung entspricht!

Harald schrieb:
Einige benutzen diese Formulierung bei ihren Gebeten, und ich habe dabei den Eindruck, dass sie es wie eine Formel an ihre Gebete anhängen .....

Das sind Rituale, wie viele andere Dinge auch (unsere Kirchen leben davon), die zeitlich ordnen und die einen Rahmen für das Gebet oder den Gottesdienst schaffen und deshalb nützlich sind. Andererseits werden Gebete und/oder Gottesdienste nur all zu oft formelmäßig abgearbeitet, was der Ehre Gottes nicht zuträglich ist. Aber unterm Strich überwiegen für mich die Vorteile. 


Harald schrieb:
Wie ist es mit o.g. Vers bzgl. dem Umstand, dass der Herr Jesus mitten unter uns ist, wenn 2 oder 3 in Seinem Namen versammelt sind? Gibt es hier dann evt. auch die Möglichkeit, dass der Herr Jesus gar nicht unter uns ist, weil .....

Nein, diese Möglichkeit gibt es nach meiner Vorstellung nicht.  Wir sprechen Jesus im Gebet direkt an, im Vertrauen darauf, dass er da ist. Und mit Gott ist das ebenso:

Ausschnitt aus Psalm 139:

Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und abliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein –,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht.

Gott (= Vater, Sohn und Heiliger Geist) ist also immer da, egal, ob wir ihn suchen, seine Anwesenheit als selbstverständlich voraussetzen, Ihn fliehen oder ob wir Ihn im Tagesgeschehen vergessen haben.

Was nun die Versammlungen betrifft, so sind das im Grunde genommen auch Rituale, ohne die wir 2.000 Jahre später vermutlich nichts mehr von der Bibel wüssten, wenn in dieser langen Zeit jeder immer nur sein eigenes Ding gemacht hätte. Mit allen Nachteilen, die Rituale haben, wie etwa müde im Gottesdienst oder den Kopf eigentlich nicht frei für Gott.

All diese Unzulänglichkeiten, die du beschrieben hast, gehört zu uns Menschen. Wir sollten sensibel genug bleiben, die Dinge zu erkennen und zu korrigieren. Gänzlich ausmerzen können wir sie nicht. Ich selbst grübele über die Folgen meiner Unzulänglichkeiten kaum nach. 

»Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!« (1.Kor. 10,31; siehe auch Röm. 14,6-8 ).

»Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!« (Kol. 3,17).

Das sind Ziele, die wir mal gut und auch mal nicht so gut erreichen.

Günter
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