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1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

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1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Heidi am So 07 Nov 2010, 20:26

Wir haben unser Bibelthema für morgen ad hoc geändert und vielleicht mögt ihr auch lesen und vielleicht ergänzen. Mir fehlt z.B. noch der Grund, warum Elia seinen Diener zurückließ. Ich weiß nicht, wie viel die beiden miteinander vertraut waren. Vielleicht weißt das hier jemand.
Vielleicht kann auch noch jemand ergänzen, was besonders erwähnenswert zu Paulus ist, dass Paulus nicht verzagte.

Bibeltext 1. Könige 19,1-15

Vorausgegangen ist in Kap 18, dass Elia ein Wunder Gottes und damit das Eingreifen und die Tatsache Gottes erlebt hat, in dem Gott mit einem Feuer ein Opfer verzehrte, während die Priester, die den Götzen Baal anbeteten, vergeblich um Annahme ihres Opfers zu Baal beteten. Die böse Königin Isebel drohte dann Elia sofort töten lassen.

Obwohl Elia früher schon so viele Gebetserhörungen erlebt hat (vgl.Kap. 17,22; 18, 37-38) , lesen wir nicht, dass Elia sich auch dieses Mal an Gott wandte in seiner Angst und um Schutz und Hilfe bat, sondern wir lesen, dass er sich fürchtete und weglief. Seinen Diener nahm er auch nicht mit, er wollte also ganz allein sein.

Obwohl Elia Gott so treu gedient hatte, sagte er, dass er nicht mehr Erfolg hatte, als "seine Väter" - dass er nicht besser sei, als seine Väter. Und in dieser Angst und Schwermut wollte er nur noch sterben. Er hörte auf zu laufen, stellte alle Aktivitäten ein und legte sich unter einen Busch und schlief. Zweimal kam ein Engel und reichte ihm Nahrung. Und insgesamt zwei Mal schlief er. Die Nahrung musste eine besondere gewesen sein, denn sie gab ihm dann Kraft 40 Tage durch die Wüste zu laufen.
In Esra 8,32 und Nehemia 2,11 und Mk 6,31 sehen wir, dass wir vor und nach großen Aufträgen Gottes auch ruhen dürfen und Kräfte sammeln dürfen.
Auch eine gute Ernährung, die Kraft gibt, ist wichtig. Vgl 1. Sam 28,22-23

Als Elia dann genug geruht hatte und gestärkt war durch Essen blieb er nicht am Boden liegen, sondern er stand auf und lief weiter. Bald zeigte ihm Gott wieder seine besondere Nähe indem er ihn in den Naturerscheinungen (Erdbeben und Wind) seine Macht zeigte und ihm sich dann persönlich in einem eher liebevollen, leisen Säuseln wieder ganz nah und persönlich zeigte.
Und dann gab ihm Gott einen neuen Auftrag, nämlich bestimmte Menschen zu salben und Elia ging dann wieder weiter voran mit seinem Gott!

Dagegen Paulus, der war frei von jeder Depression denn im Unterschied zu Elia ließ er bei sich keine Angst zu, sondern er lobte sogar im Gefängnis Gott und freute sich in Schlägen, dass er würdig war für Gott zu leiden. Er verkündigte das Evangelium, wurde deswegen oft misshandelt, geschlagen, eingesperrt - aber kaum ließ man von ihm ab, machte er weiter. Er wurde als Lügner und verrückt bezeichnet. Aber er ließ sich nicht hängen und gab nicht auf. Vielleicht war das sein Geheimnis, dass er nicht depressiv wurde?

Heidi
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Re: 1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Ralf-Peter am Mo 08 Nov 2010, 18:22

Hallo Heidi,

ich persönlich glaube nicht, dass Paulus nie eine depressive Phase hatte, es wird darüber zwar nicht so explizit berichtet wir über Elia, aber auch bei Paulus gibt es Hinweise darauf, dass er solche Phasen hatte.

Der Pfahl, den er im Fleisch hatte, weißt darauf hin, dass Paulus durch diese "Pfahl im Fleisch" zumindest belastet war und nach einer Antwort suchte. An anderer Stelle ruft er aus, "Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen?." Erst durch dieses Hinwenden zu Gott sind sowohl Elia als auch Paulus wieder zu Kräften gekommen und konnten den Auftrag ausführen. Für meine Begriffe kann man diese beiden auch nicht wirklich vergleichen.

Liebe Grüße
Ralf-Peter

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Re: 1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Günter am Mo 08 Nov 2010, 22:03

1. Könige 19,4:
Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele;


Meine Diagnose für Elia: Ein klarer Fall von Burn-out.

Vierzig Tage und vierzig Nächte. Essen, trinken, schlafen, wandern. Dabei Gespräche mit einem Boten Gottes. Die Kirche hat aus dieser Geschichte gelernt. Sie bietet dieses puristische Programm hinter Klostermauern an. Und viele, die es exerziert haben, sind mit neuer Klarheit in ihr altes Leben zurückgekehrt.


Phil 1,21-26:
Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.
Wenn ich aber weiterleben soll im Fleisch, so dient mir das dazu, mehr Frucht zu schaffen; und so weiß ich nicht, was ich wählen soll.
Denn es setzt mir beides hart zu: Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre;
aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um euretwillen.


Paulus hört sich da für mich auch ein wenig "ausgebrannt" an. Das kenne ich: "Wenn ich jetzt von einem Auto überfahren würde, wäre das für mich auch OK. Aber natürlich sehe ich schon nach links und rechts, wenn ich über die Straße gehe". Das ist für mich keine aktuelle Stimmungslage und ich bin auch weit entfernt davon, aber das ist noch gut in Erinnerung.

Das sind die Wüsten unseres Lebens, der Sand im Getriebe unseres Lebens. Der gleich Sand, wie vor 2.000 Jahren. Nur die Bezeichnung ist moderner: "Burn-out".



Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter

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Re: 1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Heidi am Mo 08 Nov 2010, 22:31

Da es schon so spät ist, nur kurz. Jeder ist ja verschieden...aber ich habe mir jetzt (seit gestern!) mal ganz groß den Paulus vor Augen gestellt, der immer weiter für Gott gemacht hat. Und dazu noch einen Bibelvers: Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögendem. (Jesaja 40,29).
Das bekommt mir jedenfalls besser, als zu klagen: Ach, ne, das schaffe ich nicht, das ist mir zu vieeeel jetzt! Und vergesse dazu dann noch das Gebet.
Na ja, so ist d e r z e i t meine Ansicht - wir werden mal sehen. Aber ich nehme mir auch gern mal einen Aus-Tag. Ich würde aber gern mal sehen, ob ich mich in einem Kloster wohl fühlen würde...also, außer beten und Bibel lesen wüsste ich gar nicht, was ich da allerdings machen sollte. Vielleicht schlafen und essen, wie Elia.

heidi

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Re: 1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Günter am Mo 08 Nov 2010, 23:17

Heidi schrieb:
Ich würde aber gern mal sehen, ob ich mich in einem Kloster wohl fühlen würde...also, außer beten und Bibel lesen wüsste ich gar nicht, was ich da allerdings machen sollte. Vielleicht schlafen und essen, wie Elia.

Hallo Heidi,

Jesu Versuchung, Mt. 4,1:
Da wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.
Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn.


Für mich ist freie Zeit das, was mir am meisten fehlt. Vierzig Tage und vierzig Nächte fern ab vom Arbeitgeber und allen Zeitdieben, an einem Ort, wo wir auf das wesentliche reduziert sind, ist da eine interessante Perspektive: beten, Bibel lesen, essen, trinken und schlafen. - Nicht für immer, nur für 40 Tage. Wenn das so mehrfach in der Bibel steht, sind die 40 Tage sicherlich das Optimum.

Danach ist der Kopf wieder frei, die Prioritäten stimmen wieder und wir sind wieder fit für das Leben.

Jetzt müsste ich meinen Chef nur noch davon überzeugen, dass 30 Tage Jahresurlaub aus christlicher Sicht zumindest für stark in Anspruch genommene Mitarbeiter zu wenig sind.

Wink

Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter

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Re: 1. Kön. 19, 1-15 Der d e p r e s s i v e Elia adversus Paulus

Beitrag  Heidi am Mi 10 Nov 2010, 20:37

Wir haben nochmal drüber gesprochen, warum Elia seinen Diener zurück ließ.
Hier eine Möglichkeit:
Elia haderte doch mit Gott. War frustriert und wollte nicht mehr leben. Lies mal Jona 4,3 dazu, er war auch sauer auf Gott und setzte sich außerhalb hin. Er wollte alleine sein. Geht es uns denn nicht ähnlich? Manchmal zieht man auch den Telefonstecker raus, wenns einem alles zuviel wird.

Oder andere Möglichkeit, einfach, dass Elia so schnell flüchtete, dass er nicht mehr nach dem Diener suchte. Ich würde aber wohl doch eher zu dem Einsamkeitswunsch tendieren.

lieben Gruß
heidi

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Elia und Paulus

Beitrag  Harald am Do 11 Nov 2010, 02:23

Hallo,

ich sehe dieses "adversus" nicht zwischen Elia und Paulus, würde die auch nicht so kategorisieren wollen, gehe da eher mit Günter einig, dass Paulus sicher auch seine depressiven/niedergeschlagenen Momente hatte.
Grundsätzlich neige ich immer mehr dazu, das als menschlich anzusehen, dass man in die tiefsten Löcher fällt, nachdem man die tollsten Erlebnisse bzw. Gotteserfahrungen machte, eigentlich genau dann, wenn man denkt, nichts und niemand kann einem mehr was anhaben, nach diesem gesegneten Wochenende, nach dieser Gebetserhörung, nach solch einem Wunder .... Und keine 5 Minuten danach, ok 30 Minuten danach, ist man allein daheim, und plötzlich fühlt man sich verloren, vergessen, niedergeschlagen, ausgelaugt, ...
Nein, es muß nicht immer so sein, es ist auch bei mir Gott sei Dank nicht die Regel, aber es kam schon vor.
Genau dieses Phänomen begleitet mich quasi im Volk Israel von Anfang an - sie hatten das alles live miterlebt, was Gott für sie alles in Ägypten wirkte, dass der Pharao sie dann endlich ziehen ließ. Sie hatten die Zusage, dass Gott für sie sorgen wird, dass sie nie Not leiden werden ... Und kaum waren sie unterwegs, fing das murren an. Davor und dazwischen erlebten sie auch während ihrer "ewig" langen Wüstenwanderung Wunder um Wunder, so gewaltiges wie z.b. dass sich das Meer für sie teilte, und kurz darauf war alles vergessen, sie wollten wieder umkehren, und lieber wieder als Sklaven leben. Man färbt die Vergangenheit in den Erinnerungen schön, es war doch alles gar nicht so schlimm. Ja damals ... im Grunde war doch die Welt noch in Ordnung ...

Eine zeitlang dachte ich, wie kann man nur so doof sein, nach all diesen Erlebnissen, wie kann man das so schnell vergessen und dann alles in Frage stellen. Inzwischen weiß ich, dass ich auch so bin - ok, es hat sich leicht gebessert - jedenfalls schützen einen die dollsten Gotteserfahrungen nicht vor Anfechtung, vor Versagen, vor Niederlagen, vor Enttäuschung, vor Sünde.
Je höher der Berg, desto tiefer der Fall; so könnte man es ausdrücken. Die Hilfe aus dem Dilemma findet man nur bei Gott, im Blick auf Gott, im Vertrauen auf IHN, ALLEIN auf IHN, Herr, wenn DU es sagst, dann will ich ... dann mach ich ... dann geh ich ... ich vertraue DIR und auf DICH und nicht auf die Umstände, nicht auf mein momentanes Gefühl, nicht darauf, dass Du nur da bist, wenn die Gemeinschaft mit anderen Christen am Wochenende ganz toll und intensiv war, nein DU bist immer da, auch wenn ich allein bin, auch wenn ich mich niedergeschlagen fühle ... sogar wenn ich versage (was mir dann peinlich ist).

Grüße von Harald

sorry zu dem Diener kann ich nichts beitragen


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