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Hosea

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Hosea

Beitrag  Heidi am Mo 09 Jan 2012, 20:55

Mein Wunsch ist es, Gott besser kennenzulernen, denn Er, Jesus Christus, ist immer derselbe, gestern, heute und morgen....nur die Umstände ändern sich. Ich möchte auch Menschen gern den Gott der Bibel vorstellen, wie Er sich dort darstellt - dazu muss man sie aber lesen.

Ich habe mich viele Stunden intensiv mit Hosea befasst, leider fehlt mir immer das Wissen um die geschichtlichen Hintergründe. Heute habe ich mir überlegt, welches Fazit ich nun eigentlich aus Hosea ganz persönlich gezogen habe...ein kleiner Gewinn, ein kleines Wissen, was ich mitgenommen habe ist dies, was ich vielleicht mal Menschen erzählen werde:

Wenn Menschen alles haben, was sie brauchen, besteht die Gefahr, dass sie dieses Wohlergehen gar anderen Göttern zuschreiben oder vielleicht auch im weiteren Sinne anderen Quellen, z.B. ihren Beziehungen, ihrem Arbeitgeber, ihren Familienangehörigen, ihrem eigenen Fleiß und Können. Oder auch in noch weiterem politischem Sinne ihren Beziehungen zu andere Ländern. Aber dass Gott es ist, der ihnen das Gute gab, das erkennen sie nicht.

Wenn dann der Tag kommt, dass Gott nach langer Zeit der Undankbarkeit das Wohlergehen, im weiteren Sinne den Besitz, vielleicht auch die Gesundheit, u.a. wieder zu sich nimmt und es den Menschen schlecht ergeht, kommen sie auf die Idee, Gott zu suchen. Sie sagen dann: Komm, wir wollen umkehren zu unserem Gott! - In Hosea wird beklagt, dass diese Umkehr eine oberflächliche ist und dass die Menschen anfangen zu klagen und sie wundritzen um des verlorenen Wohlergehens willen und nicht etwa für Gott!

Mir könnten jetzt fast die Tränen kommen, wenn ich an die vielen Gespräche mit Leuten denke, die Gott regelrecht vorgeworfen haben, Gott würde Gebet nicht erhören und nicht helfen, obwohl man doch gebetet hätte! Ob Gott Recht hat, dass das bei manchen nur ein Gebet um des Schlechtergehens willen war, und es gar nicht um Gott selber ging?

Da fällt mir wieder ein, dass wir Gott von ganzem Herzen suchen sollen - von ganzem Herzen, das bedeutet, dass mir nichts wichtiger ist, als Gott zu finden. Da fällt mir jemand aus meinem alten Bibelkreis ein, der sagte, er lese mal abends die Bibel, weil er dann besser einschlafen kann.

Wie sehr muss Gott ins Herz gekränkt sein, wenn Er, der uns alles gegeben hat und alles mit Christus schenken will, auf ein Nebengleis verfrachtet wird und unser "Ehepartner des Herzens" jeder und alles andere ist, aber nicht Gott, den wir einzig lieben.

Ich habe das noch nie so Menschen erzählt, aber vielleicht ergibt es sich mal.

Ich habe auch noch nie Menschen den Hosea 5,4 zitiert: "Die bösen Taten lassen es nicht zu, dass sie umkehren zu ihrem Gott...den Herrn kennen sie nicht! Und Hosea 7,2. Sie wollen nicht einsehen, dass ich alle ihre Bosheit merke. Ich sehe aber ihr böses Tun wohl, dass sie allenthalben treiben.

Ich glaube, wenn mir das jemand aus der aufgeschlagenen Bibel gezeigt und vorgelesen hätte, als ich noch kein Christ war - also mich hätte es mit der Faust getroffen.

Und Hosea 14,5: So will ich ihre Abtrünnigkeit wieder heilen, gerne will ich sie lieben!

....trotz allem, was war.
Gott möchte uns lieben, Gott liebt uns und Gott möchte auch geliebt werden. Darum kann man Gott bitten.

Heidi
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Re: Hosea

Beitrag  Günter am Mo 09 Jan 2012, 23:14

Heidi schrieb:
Ich möchte auch Menschen gern den Gott der Bibel vorstellen, wie Er sich dort darstellt - dazu muss man sie aber lesen.
Hallo Heidi,

das hat etwas mit der christliche Lehre Leere in unseren Köpfen zu tun. Ich meine damit die heutigen Christen allgemein, nicht dich und mich und die anderen hier im Forum. Ausnahmen bestätigen natürlich (wie wir hier) die Regel. Aber wir Bibelleser bleiben eben doch die Ausnahme. Früher hatte man eine eigene Überzeugung zu christlichen Themen und konnte diese auch mit Bibelstellen belegen.

Heidi schrieb:
..... leider fehlt mir immer das Wissen um die geschichtlichen Hintergründe.
Hier bietet die MacArthur Studienbibel zu jedem Buch der Bibel kompakte Infos und Kommentare an über:

- Titel
- Autor und Abfasszeit
- Hintergrund und Umfeld
- Historische und lehrmäßige Themen
- Herausforderungen für den Ausleger
- Gliederung
- Weitere Infos

Obwohl das viel Text ist, möchte ich hier mal einige dieser Aspekte aus der MacArthur Studienbibel zum Buch Hosea hierher kopieren, die das Wissen um die geschichtlichen Hintergründe betreffen:

(Natürlich muss man den nachfolgenden Text jetzt nicht alles lesen, und schon gar nicht, wenn man das Buch Hosea ohnehin nicht kennt. Ich kopiere das nur deshalb hier her, weil Heidi danach gefragt hat. Ich nehme mal an, dass das so OK ist, weil ich die komplette Studienbibel als Freeware im pdf-Format aus den Internet herunter geladen habe - darüber hinaus steht sie in meinem Bücherregal und ich habe sie darüber hinaus als Modul für BibleWorkshop gekauft)

Autor und Abfassungszeit:

Das Buch Hosea ist die einzige Informationsquelle über den Autor. Über ihn ist wenig bekannt, und noch weniger über seinen Vater, Beeri (1,1). Hosea stammte wahrscheinlich aus dem Nordreich Israel, da er beweist, dass er mit der Geschichte, den Verhältnissen und der Topographie des Nordens vertraut ist (vgl. 4,15; 5,1.13; 6,8.9; 10,5; 12,12.13; 14,6). Das würde ihn und Jona zu den einzigen Propheten des Nordreichs machen, die ihre Prophezeiungen schriftlich festgehalten haben. Obgleich er sich sowohl an Israel (das Nordreich) als auch an Juda (das Südreich) wandte, bezog er sich auf den König Israels als »unseres Königs« (7,5).

Hosea diente eine lange Zeit; er prophezeite etwa von 755-710 v.Chr., während der Regierung Ussijas (790-739 v.Chr.), Jotams (750-731 v.Chr.), Ahas (735-715 v.Chr.) und Hiskias (715-686 v.Chr.) in Juda, und Jerobeams II. (793-753 v.Chr.) in Israel (1,1). Seine lange Dienstzeit umfasste die letzten 6 Könige Israels von Sacharia (753-752 v.Chr.) bis Hosea (732-722 v.Chr.). Der Fall Sacharias (der Letzte aus Jehus Dynastie) in 752 v.Chr. wird als noch zukünftig beschrieben (1,4). Somit folgte sein Dienst auf den von Amos im Norden, zudem war er ein Zeitgenosse Jesajas und Michas, die beide in Juda prophezeiten. 2Kö 14-20; 2Chr 26-32 halten die historischen Ereignisse während Hoseas Wirken fest.


Hintergrund und Umfeld:

Hosea begann seinen Dienst in Israel (das nach seinem größten Stamm auch Ephraim genannt wurde) während der letzten Tage Jerobeams II., unter dessen Führung sich Israel, trotz politischen Friedens und materiellen Wohlstands, im moralischen und geistlichen Niedergang befand. Auf Jerobeams II. Tod (753 v.Chr.) folgte jedoch Anarchie und Israels Verfall beschleunigte sich. Bis Israel 20 Jahre später durch Assyrien besiegt wurde, wurden 4 der letzten 6 Könige Israels von ihren Nachfolgern ermordet. In der Zeit von Samarias Untergang konzentrierte sich Hosea in seinen Prophetien auf Israels moralische Abwege (vgl. der Prophet Amos), und auf den Bruch ihrer Bundesbeziehung zum Herrn. Er kündigte ihnen an, dass das Gericht nahe bevorstand.

Im Südreich waren die Zustände nicht viel besser. Ussija maßte sich die Rolle eines Priesters an und wurde deshalb mit Aussatz geschlagen (2Chr 26,16-21); Jotam duldete götzendienerische Praktiken und bereitete Ahas den Weg zur Baalsverehrung (2Chr 27,1-28,4). Die Erweckung unter Hiskia diente nur dazu, Judas Schicksal, das dem seiner nördlichen Schwester glich, hinauszuzögern. Auf beiden Seiten der Grenze bemühten sich schwache Könige um Bündnisse mit ihren heidnischen Nachbarn (7,11; vgl. 2Kö 15,19; 16,7), anstatt die Hilfe des Herrn zu suchen.


Historische und lehrmäßige Themen:

Hoseas Thema ist Gottes treue Liebe zu seinem Bundesvolk Israel - trotz seines Götzendienstes. Deshalb wurde Hosea der Johannes (der Apostel der Liebe) des AT genannt. Die treue Liebe des Herrn zu seinem Volk besteht ewig und duldet keinen Rivalen. Hoseas Botschaft ist stark von Gerichtsankündigungen durchzogen, sowohl in Bezug auf das Volk als auch persönlich, aber gleichzeitig beschreibt er in ergreifender Weise Gottes Liebe zu seinem Volk. Gott gab Hosea die Anweisung, eine bestimmte Frau zu heiraten, um ein Leben mit ihr zu führen, welches eine Darstellung der Sünde und Untreue Israels war. Das Eheleben Hoseas und seiner Frau, Gomer, liefert eine reichhaltige Metapher, die die Themen des Buches erläutert: Sünde, Gericht und vergebende Liebe.


Herausforderungen für den Ausleger:

Obwohl die treulose Ehefrau, Gomer, zweifelsohne ein Bild für die Treulosigkeit Israels ist, bleiben noch einige Fragen offen. Erstens meinen einige, dass die Eheszenen in Kap. 1-3 nur als Allegorie verstanden werden sollten. Allerdings finden sich in der in einfacher Prosa gehaltenen Erzählung keine Begebenheiten, deren tatsächliches Vorkommen irgendwie in Frage gestellt wird. Das Buch würde um ein Vielfaches an Wirkung verlieren, wenn die Ereignisse nicht wortwörtlich gemeint wären. Wenn das Buch nicht wörtlich zu verstehende Elemente vorstellt, dann werden diese mit den Worten »sah« oder »erblickte« (5,13; 9,10.13) eingeleitet, dem normalen hebr. Mittel zur Einführung von nicht buchstäblich gemeinten Szenen. Außerdem findet sich keine Darstellung eines Propheten, der sich zum Gegenstand einer Allegorie oder eines Gleichnisses gemacht hätte.

Zweitens: Was ist die moralische Bedeutung des göttlichen Befehls an Hosea, eine Prostituierte zu heiraten? Die beste Sichtweise scheint zu sein, dass Gomer zur Zeit ihrer Heirat mit Hosea keusch war und erst später zu einer unsittlichen Frau wurde. Die Worte: »Geh, erwirb dir ein Hurenweib«, sind auf die Zukunft bezogen. Eine unmoralische Frau wäre kein passendes Bild für Israel gewesen, das aus Ägypten kam (2,17; 9,10) und sich später von Gott entfernte (11,1). Kap. 3 beschreibt, wie Hosea seine wegen Ehebruchs verstoßene Frau zurücknimmt. Ihre Verstoßung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen, wenn Hosea im vollen Bewusstsein ihres Charakters eine Prostituierte geheiratet hätte.

Es erhebt sich eine dritte Frage hinsichtlich dem Verhältnis zwischen Kap. 1 und Kap. 3, und ob die Frau in Kap. 3 Gomer oder eine andere Frau ist. Eine Reihe von Faktoren lassen annehmen, dass die Frau in Kap. 3 Gomer ist. In 1,2 lautet Gottes Befehl: »Geh, erwirb«, in 3,1 befiehlt er jedoch: »Geh nochmals hin und liebe«, was unterstellt, dass Hosea noch einmal die gleiche Frau lieben sollte. Zudem symbolisiert Gomer Israel in der Analogie in Kap. 1. Wie Gott seine Liebe zum treulosen Volk Israel erneuert, so sollte Hosea seine Liebe zur untreuen Gomer wiederaufnehmen. Würde Hos 3 eine andere Frau meinen, wäre die Analogie nicht mehr passend.



Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter


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Re: Hosea

Beitrag  Heidi am Di 10 Jan 2012, 19:16

Lieber Günter,

dass mir leider die geschichtlichen Hintergründe fehlen, damit meine ich nicht:
Günter schrieb:Hier bietet die MacArthur Studienbibel zu jedem Buch der Bibel kompakte Infos und Kommentare an über:
- Titel
- Autor und Abfasszeit
- Hintergrund und Umfeld
- Historische ...
...

Ssondern das, wie man z.B. folgende Sätze verstehen muss:
z.B. Hos. 2,8: ich will ihr den Weg durch Dornen versperren und eine Mauer ziehen.
Denn hierbei ist die Wegführung der Israeliten durch die Assyrer(?)gemeint.

und z.B. Hos. 2,17: Dann will ich ihr von dorther ihre Weinberge geben und das Tal Achor zum Tor der Hoffnung machen. Hier ist wiederum die Rückführung ins Land gemeint.


Themenwechsel zu der hurerischen Frau Gomer. Nach meinem Ausleger war sie eine Tempelhure.

Was denkt ihr, was sah Gott bei den Israeliten immer als Hurerei an - und warum bezeichnete er es so?

Viele Grüße
von Heidi

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Re: Hosea

Beitrag  Gast am Di 24 Jan 2012, 19:10

Liebe Heidi,

Heidi schrieb:
Was denkt ihr, was sah Gott bei den Israeliten immer als Hurerei an - und warum bezeichnete er es so?

Darauf würde ich jetzt spontan mit dem 1.Gebot antworten:

Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat, du sollst keine anderen Götter neben mir haben!


Sobald ich etwas mehr liebe als Gott, begebe ich mich in Hurerei!

Beate

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Re: Hosea

Beitrag  Günter am Di 24 Jan 2012, 21:08

Heidi schrieb:
..... und warum bezeichnete er es so?
Weil es sich drastisch anhört?

Einfache Worte an einfache Menschen. Kurz, knapp und prägnant, direkt und ohne Drumherum. Da gibt es nichts zu diskutieren und nichts zu beschönigen!



Viele Grüße und Gottes Segen,

<°)))>< Günter

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